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Tagebuchnotizen

Über meine Malerei

Claudia Tressin

Mein Thema: Schönheit: Der Mensch in seiner Würde und Schönheit. Die Landschaft in ihrer Eigenheit, Blumen. Ein Spiel mit Farbflecken. Raum als geistigen Raum verstehen. Ordnen von Farbflecken zu einem Bild. Ob Porträt, Landschaft oder Blumen. Ziel ist die vollkommene Harmonie. Nicht Ähnlichkeit sondern Charakter, Wesen der dargestellten Dinge.

Ich gehe immer auf die Farbe zu, und von ihr gehe ich aus. Was mich farblich anregt, das will ich machen, und wo ich es schnell machen muss, weil es vergänglich ist, da nehme ich das Aquarell, also für Blumen und Landschaft. (…)

Ich gehe nicht von einem Gedanken aus, sondern von der Natur.

Ich nehme mir die Freiheit, eine eigene Meinung zu haben und dafür will ich auch einstehen. (…) Wenn die künstlerische Potenz stark genug ist, fragt sie nach keiner Meinung. (1979)

Ein Maler, der sich weder um Gott noch um die Welt kümmert und doch beeinflusst wird von allem, was ihn umgibt, der seiner Berufung treu bleibt, sich fern hält von Moden und Geschmäckern, geht seinen Weg, der ihm der rechte Weg scheint und lässt nicht nach, sondern ist bemüht, immer besser, immer wahrer, immer klarer das zu bilden, was er machen will. Glücklich der, dem Anerkennung zu Lebzeiten wird. (1991)

 

 Hamlet

April 1963   Ich weinte über den Hamlet von Sir Lawrence Olivier. -Ach, diese Sehnsucht im Herzen, dieses Verlangen nach dem Höchsten und Besten,

während ich meine Kräfte in Haushalt und Kinderpflege verbrauche – und es ist kein Ende abzusehen. (...)

10.5.63       Ich kann nicht Sir Olivier in der Maske Hamlets machen; ich kann nur den Hamlet malen, jeder könnte er sein, es soll kein Portrait sein.

 

21.5. Hamlet ist fertig. - Hamlet, Abraham und Rahel, drei große Werke, ich überschätze mich da nicht. Allen dreien ist gemeinsam der Ausdruck des Erleidens. Ich denke, daß ich das in Farbe übersetzt habe. Ich bin sehr froh. Aber es war sehr schwer.

 

 

24.7.63       Jedesmal, wenn ich die Rahel ansehe, einen kurzen Blick nur, doch sehr intensiv, bemerke ich, daß sie zittert. Sie zittert, weil sie fürchtet, daß Lea viel schöner wird als sie selbst. Fürchte nichts, sage ich zu ihr, du bleibst die Auserwählte, die Schönste und Lieblichste von allen.

Ich brauche mit dieser Lea nichts zu tun, als ihr schöne Kleider anzuziehen; ihr Gesicht, ihr Charakter liegt fest. Wie viel schwerer war es mit Rahel; alle diese inneren Unruhen, diese Spannung diese immer doch hoffende Hoffnungslosigkeit, dieses Warten von Monat zu Monat, von Jahr zu Jahr und doch immer schön zu bleiben für ihn. Das gibt ihrem Gesicht, ihrer Haltung, ihrem Ausdruck die Spannung.   Eine Ausstellung bei der Kestner-Gesellschaft in Hannover ?  050 Rahel 1962o3 IMG 3168 RELLea